Neuanschaffung: Otto Dix - Porträt von Bruno Alexander Roscher

08-09-2021 - Museum de Fundatie erwirbt Porträt von Bruno Alexander Roscher (1915) von Otto Dix

Das Museum de Fundatie hat kürzlich ein Gemälde des bedeutenden deutschen Malers Otto Dix bei einer Auktion in Berlin erworben. Es handelt sich um das Bildnis eines Offiziers, Bruno Alexander Roscher, von 1915 (Öl auf Karton 67 x 50,5 cm). Es ist - soweit bekannt - das einzige Gemälde von Otto Dix in einer niederländischen Museumssammlung und wurde mit Unterstützung der Freundeslotterie erworben.

Otto Dix (1891, Gera-Untermhaus - 1969, Singen) gilt als einer der führenden deutschen Maler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er vor allem durch seine schonungslos direkten Darstellungen der Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs und des Lebens in der Weimarer Republik mit ihren Paradiesvögeln, Prominenten und Prostituierten. Otto Dix war auch kurzzeitig Mitglied des Berliner Dadaismus. In den 1930er Jahren wurde seine Kunst von der nationalsozialistischen Regierung zum Entartet erklärt, woraufhin sich Dix aufs Land an den Bodensee zurückzog. Nach dem Krieg wurde Otto Dix sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR wieder aufgenommen und gefeiert. Sein Werk ist weltweit in bedeutenden Museumssammlungen vertreten, etwa im MOMA in New York, im Centre de Pompidou in Paris und in der Nationalgalerie in Berlin.

Otto Dix erhielt eine klassische Ausbildung an der Kunstakademie in Dresden, wo Albrecht Dürer als großes Vorbild galt. Zunächst malte Dix mit der gleichen Detailtreue, bis er vom Expressionismus Van Goghs angetan war und sein Stil gröber und direkter wurde. Zur gleichen Zeit bricht der Erste Weltkrieg aus und Dix meldet sich freiwillig an die Front. Er wurde in einem Regiment in Dresden als Kanonier und Maschinengewehrschütze ausgebildet. Dort lernte er den Instruktionsoffizier Bruno Alexander Roscher kennen, dessen Porträt er 1915 als Gegenleistung für drei Tage Urlaub malte. Das Gemälde befand sich jahrzehntelang im Besitz der Familie Roscher, ohne dass es außerhalb ihres Kreises bekannt wurde. Das änderte sich, als sie sich 1991 in der Nationalgalerie Berlin meldeten, um eine große Dix-Retrospektive zu seinem 100. Geburtstag vorzubereiten. Das Gemälde wurde erstmals im Katalog zu dieser Ausstellung veröffentlicht.

Das Porträt von Bruno Roscher Alexander zeigt Otto Dix' große Beobachtungsgabe, sein sicheres Gespür für Karikatur und seine hauchzarte Technik. Der realistische Charakter des Porträts ist untypisch für die expressionistische Periode von Dix, auch wenn er in dem schroffen Hintergrund und dem Nimbus sichtbar wird. Dank der überzeugenden, sardonischen Darstellung des Porträtierten kann das Werk als Einführung in das psychologisierende, karikaturistische Werk gesehen werden, mit dem Dix in den 1920er und 1930er Jahren so viel Lob erntete. Das Gemälde ist ein phantastischer Auftakt zur weltberühmten Dix'schen Porträtgalerie mit Heinrich George, Sylvia von Harden und Anita Berber.

Im Museum de Fundatie wird das Porträt von Bruno Alexander Roscher zusammen mit den Arbeiten von Dix' Berliner Dada-Kollegen George Grosz, John Heartfield und Paul Lemon und in unmittelbarer Nähe zu Franz Marc, Marc Chagall und Neo Rauch gezeigt.

Porträt von Bruno Alexander Roscher, in einem Instruktionsoffizier mit gerötetem Kopf.
Otto Dix, Porträt von Bruno Alexander Roscher, 1915, Öl auf Karton, 67,2 x 50,7 cm, Sammlung Museum de Fundatie Zwolle und Heino/Wijhe, erworben mit Unterstützung der Friends Lottery.

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